10 Jahre Regionalgruppe Bodensee-Oberschwaben
Am 02. September 2019 fand die Jubiläumsfeier der Regionalgruppe Bodensee - Oberschwaben statt. Frau Ursula Krug leitet und führt die Gruppe bereits seit dem 21. September 2009 und ist damit der Dreh- und Angelpunkt für viele Betroffene, die an der Bauchspeicheldrüse erkrankt sind. Frau Krug ist es zu verdanken, dass diese Gruppe seit 10 Jahren besteht. Unermüdlich setzt sie sich für ihre Gruppe ein und bietet vielen schwerstkranken Menschen eine feste Anlaufstelle.
10 Jahre ehrenamtliche Gruppenleitung und Gruppenarbeit muss man gebührend feiern.
Da auch diese Regionalgruppe unter dem Dach von TEB e. V. steht und arbeitet, ist es für den Vorstand, den ich vertrete, sowohl Pflicht als auch ein Vergnügen, an dieser Feier teilzunehmen und somit unserer Anerkennung und Wertschätzung Ausdruck zu verleihen. Als mein Mann und ich den Raum betraten, in dem die Feier stattfand, wurden wir ganz herzlich und liebevoll von Frau Krug begrüßt. Wir spürten die Freude von Frau Krug, aber auch von den Gruppenmitgliedern, die ich teilweise von anderen Veranstaltungen kannte. „Schön, dass Ihr gekommen seid, wir freuen uns sehr darüber!“
Der Raum war sehr hell und freundlich, der Tisch war schön und liebevoll, fast wie eine Tafel, hergerichtet. Auf dem Tisch standen Kaffee und viele leckere selbstgebackene Kuchen, die unsere Augen und auch den Appetit anregten. Nichts hatten die Gruppenmitglieder vergessen, selbst die frisch geschlagene Sahne zum Zwetschgenkuchen war da.
Voller Stolz berichtete Frau Krug, dass sie im Matthäus-Ratzenberger-Stift sehr liebevoll aufgenommen und versorgt wird. Ja, auch der Tisch war heute wieder sehr schön vom Haus gedeckt. Wenige Minuten später kam Frau Stark, sie ist die Haus-Direktorin, und überreichte Frau Krug einen wunderschönen Blumenstrauß und dankte ihr für die Einladung. „Ich freue mich, dass Sie und Ihre Gruppe in unserem Hause sind und hoffe, dass Sie noch recht lange bei uns bleiben.“ So waren ihre Worte.
Frau Krug eröffnete mit einer kleinen Ansprache die Feier, was ihr nicht leicht fiel. Sie ist ein Mensch, der nicht gerne im Mittelpunkt steht und über sich und ihre Arbeit spricht. Bei ihr steht die Gruppe, der Mensch im Mittelpunkt und dafür gibt sie ihr Bestes. Sie dankte mir und meinem Mann für unser Kommen und allen Anwesenden für ihre Unterstützung. „Ja, seit 10 Jahren leite ich die Gruppe und habe schon sehr viel Schönes, aber auch Trauriges erlebt. Leider ist keiner mehr von den Betroffenen dabei, mit denen diese Gruppe einst gegründet wurde.“ Bei diesen Worten konnte man spüren, dass da etwas war, was ihr wehtat. Das spürten auch wir wie auch ihre Gruppenmitglieder, die alle Frau Krug sehr lieben, schätzen und achten. So rief einer in die Runde: „Liebe Ursula, wir brauchen Dich, was wären wir alle ohne Dich! Deshalb bleib gesund und uns erhalten!“
Sichtlich bewegt leitete Frau Krug zum nächsten Programmpunkt über.
Jetzt kam Frau Baun, ein Mitglied aus ihrer Gruppe, zum Zug. Gemeinsam mit ihren Schülern spielte sie verschiedene Musikstücke auf ihren unterschiedlichen Instrumenten, wie z.B. Gitarre, Flöte, Schlagzeug, Akkordeon. Mit diesem Auftritt und der musikalischen Einlage bekam die Feier plötzlich einen ganz festlichen Rahmen. Herzlichen Dank an alle Musiker!
Danach übermittelte ich in meiner Funktion als 1. Vorsitzende von TEB e.V. den Dank des Vorstands. In einer kleinen Ansprache würdigte ich die gesamte Gruppe und dankte ihr, denn auch sie hat einen großen Anteil an diesem Jubiläum. „Ohne Sie, liebe Mitglieder, gäbe es keine Gruppe und natürlich auch keine Frau Krug, deshalb ist es auch Ihr Jubiläum. Ich hoffe und wünsche der Gruppe, dass sie weiterhin bestehen bleibt und zusammenhält. Man spürt, dass Sie sich alle unter der Leitung von Frau Krug sehr wohl fühlen.“
Plötzlich rief eine Dame aus der Gruppe: „Wir sind auch mit der gesamten Arbeit, die TEB e.V. leistet, sehr zufrieden. Wir hoffen und wünschen uns, dass dieser Verein noch lange bestehen bleibt. Ansonsten hätten wir keinen Ansprechpartner mehr, der uns und unsere Sorgen und Nöte mit dieser schweren Krankheit und ihren Folgen versteht.“
„Ja, das stimmt. Wir wären hoffnungslos verloren. Wo sonst kann man über Durchfall, Blähungen usw. so offen reden wie hier!“
Ich hörte zu, - diese Worte höre ich in fast allen Gruppen und dennoch stimmten sie mich an diesem Nachmittag etwas traurig.
Ich sah und spürte, dass unsere Ursula nicht mehr die Jüngste ist und dass auch ihre Krankheit mit all ihren Folgen gravierende Spuren hinterlassen hat und diese aufopfernde Arbeit irgendwann nicht mehr zu leisten ist. Deshalb sprach ich nur ganz kurz die Nachfolge an, weil das heute nicht das Thema war. Heute wollen wir feiern und nicht über die Zukunft sprechen!
„Ja, liebe Ursula, seit wir uns zum ersten Mal begegnet sind, das war bereits vor über zehn Jahren, sind wir uns mit Liebe, Menschlichkeit, Verständnis, Achtung und Respekt begegnet und haben uns blind vertraut. Nie gab es ein böses Wort oder Dinge, die man nicht klären konnte. Wir waren füreinander da und halfen uns gegenseitig. So kam es auch, dass Du mich und den Vorstand lange als Protokollführerin unterstützt hast. Deine eigene Erfahrung, Menschlichkeit, Ehrlichkeit, Verständnis, Zuverlässigkeit, der Umgang mit Menschen und der unermüdliche Einsatz zum Wohle der Betroffenen hat unsere Beziehung gestärkt und zu dem gemacht, was sie heute ist. Ich danke Dir von ganzem Herzen, liebe Ursula, ich würde mir wünschen, dass es noch viele Jahre mit uns so weiter geht. Ich durfte mit Dir wachsen und zu dem werden, was ich heute bin. DANKE!“
Frau Milena Sontheim von der Schwäbischen Zeitung war eifrig dabei, alles in Bilder einzufangen und aufzuschreiben, was ihr für ihren Artikel in der Zeitung wichtig war. Wir alle sind gespannt, was sie schreiben wird. Ganz herzlichen Dank für Ihr Kommen.
Etwas verspätet kam der Oberbürgermeister Herr Michael Lang. Er war ein Mann zum Anfassen, freundlich und ganz natürlich begegnete er uns. Er ließ es sich nicht nehmen, alle mit Handschlag zu begrüßen. Seine anschließende Ansprache war genau auf das abgestimmt, was wir immer und immer wieder den Menschen sagen, nämlich: „Setzt Euch Ziele und versucht, sie zu verwirklichen. Gebt nicht auf, nehmt Euer Schicksal in die Hand und versucht, das Beste daraus zu machen!“ Es war eine Rede aus seinem Herzen, sie war nicht vorgeschrieben, sondern sie kam spontan und ehrlich. Jeder, der zuhörte, spürte, dass es ihm ernst war, als er sagte: „Die Gemeinde und ich sind froh, dass Sie, Frau Krug, diese Gruppe leiten. Das ist nicht selbstverständlich, sondern etwas Besonderes. Diese Gruppe ist einmalig in unserer Gemeinde und darauf sind wir stolz.“ Dann zog er ein Kuvert aus seiner Jacke und gab es Frau Krug mit den Worten: „Das ist für die Gruppe, machen Sie alle miteinander etwas Schönes damit, Sie haben es verdient.“ Frau Krug nahm den Umschlag und meinte: „Ja, das machen wir.“
Jetzt gab es wieder Musik mit Frau Baun und ihrem Quartett und für uns ein. Notenblatt mit Text von einem Lied, das wir alle zusammen lauthals sangen.
Bevor sich die Feier langsam dem Ende neigte, kam Frau Seidel, eine Dame aus der Gruppe, und las ein Gedicht von Hermann Hesse, „Die Flamme“, vor. Sie hatte das Gedicht mit ihren eigenen Worten und Empfindungen untermalt. Sie beschrieb, was in dieser Gruppe und nicht zuletzt dank Frau Krug bewegt wird. „Wir alle kommen gerne in die Treffen, wir fühlen uns hier zu Hause, angenommen und verstanden, wir wollen diese Gruppe nicht missen. Bleibe noch lange gesund und leite weiterhin die Gruppe!“ Sichtlich gerührt sagte Ursula: „Ich versuche es, aber wie lange noch, mal sehen…?“ Da war es wieder, was auch mir Sorgen macht. Wie lange schaffen wir das noch?
Die vielen Blumen und Geschenke zeigten, dass Ursula von ihrer Gruppe geliebt, geschätzt, geachtet und verehrt wird.
Wir alle wünschen ihr weiterhin Gesundheit, Kraft und Ausdauer, diese Gruppe auch künftig in ihrer bewährten Art zu leiten!
Katharina Stang