6. Ärzte- und Patientenseminar in der Musikhalle Ludwigsburg

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Bericht vom 6. Ärzte- und Patientenseminar
Die Selbsthilfe TEB e. V. e. V. hat mal wieder was Tolles geleistet.

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Längst ist sie keine „Gruppe“ mehr, was doch eher einen negativen touch und Hindernis/Blockade eines Hilfesuchenden in Sachen Bauchspeicheldrüsenerkrankungen darstellte. Vielmehr hat sich diese Organisation zu einer allumfassenden Hilfe für Betroffene und Angehörige in dem eben genannten Bereich entwickelt, die mittlerweile Bundesstatus hat.
Die erste Vorsitzende, Katharina Stang, bekam im Oktober 2011 nicht umsonst das Bundesverdienstkreuz verliehen. Ein schier unermüdlicher Einsatz für Betroffene und deren Angehörige mit dem einzigen Ziel, wirklich zu Helfen im Rahmen der gegebenen Umstände – state of the art - zeichnen diese Organisation aus.

Am 10. März 2012 war es mal wieder soweit.
Bei schönstem Sonnenschein trafen sich 125 interessierte Seminarteilnehmer zum mittlerweile 6. Ärzte- und Patientenseminar, das dieses Mal unter dem Motto „ Am Puls der Zeit – state of the art“ - bei Diagnose und Therapie von Bauchspeicheldrüsenerkrankungen“ stand, in der Ludwigsburger Musikhalle.

Tolles Ambiente, das Licht am Ende des Tunnels erscheinen lässt so wie die gesamte Veranstaltung „positive vibrations“ ausstrahlte.

Diese stand dieses Jahr unter der Schirmherrschaft der Kreissparkasse Ludwigsburg. Vielen herzlichen Dank dafür. Moderiert wurde die Veranstaltung von Klaus Krause, Mitglied des Fachausschusses der TEB e. V. und zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Vielen Dank dafür!

Pünktlich um 9 Uhr wurde mit der Begrüßung gestartet. Katharina Stang, 1. Vorsitzende und Gründerin der TEB e. V., Prof. Dr. med. Schiedeck, Vorsitzender des Ärztlichen Beirats, Hr. Raab, Vorstand der Kreissparkasse Ludwigsburg, Hr. Mayer, Stadtrat u. Vertreter der Stadt Ludwigsburg sowie Frau Lauer vom Krebsverband Baden-Württemberg sei herzlicher Dank gesagt für die einleitenden Worte.

Weiter ging es zum „Eingemachten“:

Es sei angemerkt, dass von vornherein die Möglichkeit, direkte Fragen aus dem Auditorium zu stellen, gegeben war und diese Möglichkeit auch sehr intensiv genutzt wurde. Oftmals jedoch waren die Frage so spezifisch und weit reichend, dass eine komplette Beantwortung den Rahmen der Veranstaltung bei weitem gesprengt hätte. Die Betroffenen erhielten jedoch im Rahmen der Pausen und nach der Veranstaltung sicher Raum, um sich direkt an die vorhandenen Spezialisten wenden zu können und eventuell daraus wichtige Kontakte zu knüpfen.

Prof. Dr. med. Walker vom KH Bietigheim hielt einen Vortrag zum Thema „Prävention von Pankreaserkrankungen“: Neben einem gesunden Lebenswandel, einer gesunden Ernährung, dem Verzicht auf die Laster des Alltags wie Nikotin und Alkohol ist Bewegung eine Chance, die Risiken einer Pankreaserkrankung zu minimieren – insbesondere bei erblicher Vorbelastung.
Weiterhin klärte Dr. med. Kalmar vom Klinikum Ludwigsburg über Neuigkeiten bei der Diagnostik solcher Krankheiten auf.
Nachfolgend erfuhren die Teilnehmer von Hr. Dr. med. Schuler (Helfensteinklinik Geislingen an der Steige) Wichtiges zum Thema der „erkrankungsbedingten Zuckerkrankheit (IIIc Diabetes Mellitus)“. Im Rahmen der Veranstaltung wurde Dr. Schuler auch zum Vorsitzenden des ärztlichen Beirats der TEB e. V. für die nächsten 12 (Jahre….??) Monate benannt, was er gerne und mit überzeugtem persönlichen Humor und Reduzierung der Amtszeit auf 12 Monate annahm….
Weiter ging es zum Thema „Welche Operation für welchen Patienten“, das Prof. Dr. med. Golling vom Diak.-Klinikum Schwäbisch-Hall eindrucksvoll darlegte. Zunächst wurde faktisch geschildert, was aus chirurgischer Sicht heute machbar ist – und dies scheint doch sehr viel zu sein. Dann wurde noch eindrucksvoll geschildert, wie die Belange des Einzelnen, Betroffenen, in Betracht gezogen werden und dann eine OP entschieden oder auch im Sinne des Patienten abgesagt wird.
Prof. Dr. med. Geißler (Klinikum Esslingen) berichtete, welchen Stellenwert Chemotherapie und Bestrahlung heutzutage haben, welches die „Standardtherapien“ sind, welche Chemos und weitere Behandlungen noch in Frage kommen.

Kurzweilig wie die Veranstaltung üblicherweise ist, war es nun schon Zeit zum Mittagsessen – bestens organisiert und ausgesucht, toll gedeckte Tische und Super-Service. Vielen Dank dafür an das TEB e. V.-Team!

Nachdem sich alle gestärkt hatten und die Pause auch rege zum Informationsaustausch und Kennenlernen untereinander oder Vertiefen der Verbindung genutzt wurde, ging es weiter mit dem Thema „Supportive und integrative Therapiemöglichkeiten“, vorgetragen von Dr. med. Ulshöfer, Onkologe in Ludwigsburg.
Im Fortgang wurden die Teilnehmer über Enzymsubstitution bei Pankreaserkrankungen von Hr. Unger von der Aptalis Pharma GmbH informiert.

Der nächste Vortrag risst die Teilnehmer durch aktives Mitgestalten aus dem 14:15 Uhr-Loch: Sport kann dem Patienten helfen, selbst zu seiner Heilung beizutragen. Vor“geturnt“ wurde von Frau Wehrle von der Uniklinik Freiburg, und der Saal machte mit!
Dieses Signal kam sehr gelegen, denn im Anschluss daran stand die Podiumsdiskussion an, bei der Teilnehmer direkt Fragen an die anwesenden Spezialisten stellen konnten - entweder life oder vorher in der Zettelbox gesammelt. Und diese Möglichkeit wurde mehr als rege genutzt, Fragen wurden offen und schonungslos beantwortet, Emotionen kamen hoch und leider war der zeitliche Rahmen der Veranstaltung begrenzt. Es gab und gibt so viele offene Fragen Betroffener, eine solche Veranstaltung ist mehr als Hinweis auf Aufklärungsbedarf, Hilfestellung und Support!!! Dank an dieser Stelle der AOK Baden-Württemberg, die diese Veranstaltung gefördert hat.
Die nun anstehende Kaffeepause brachte den Teilnehmern und Interessierten nochmals die Chance, ihre Fragen im Dialog loszuwerden und Antworten zu bekommen.

Empfehlen kann man allen betroffenen Teilnehmern, sich weiterhin an die TEB e. V. zu wenden, denn hier besteht die wirkliche Chance, Hilfe bei einer schlechten Diagnose rund um den Pankreas und Fragen unmissverständlich beantwortet zu bekommen – alles natürlich „nur“ zum „state of the art“. Wunder vollbringen kann die TEB e. V. auch nicht, aber sie hilft, sei es um eine Diagnose zu hinterfragen, um eine Zweitmeinung einzuholen, sei es eine Therapie zu hinterfragen, sei es um menschlichen Beistand zu bekommen und wirkliches, ernst gemeintes Mitgefühl und Unterstützung, egal, was da kommt.

Kurzum: die TEB e. V. e. V. erleichtert vielen den Lebensalltag und mindert Sorgen bei einer schlimmen Pankreaserkrankung – sei es Krebs oder eine Entzündung dieses so wichtigen, den meisten Menschen unbekanntes und vergessenes Organ. Dies konnten sicher auch viele Teilnehmer des Events erfahren – der Austausch Betroffener untereinander stärkt im eigenen Leben, allein zu spüren, man ist da aufgrund seiner „Randerkrankung“ doch nicht alleine!

Katharina und Helmut Stang ( DER wichtige Fadenzieher im background…), vielen Dank für die tolle Veranstaltung. Ich glaube, Ihr seid Euch Eurer Bedeutung für manche Menschen, die Ihr bereits kennen gelernt habt und diejenigen, die Ihr aufgrund Eures Tuns noch kennen lernen werdet, gar nicht bewusst. Meine Hochachtung, vielen Dank für alles.

Und nicht zu vergessen ist das Team im Büro der TEB e. V. e. V., auch Ihr habt geackert und geschwitzt, vielen Dank und Respekt auch an Euch.

Tanja Loewe