Naurheilkunde und komplementäre Therapie bei Tumorerkrankungen

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Bericht über den Thementag :
Naturheilkunde und komplementäre Therapie bei Tumorerkrankungen am 27.06.2012 im Zentrum Operative Medizin, UniKlinikum Würzburg
Veranstalter : UniKlinikum Würzburg und CCC Mainfranken
Referentin : Frau Dr. Jutta Hübner

Am 27.06.2012 fand im Zentrum Operative Medizin des UniKlinikums Würzburg der Thementag „Naturheilkunde und komplementäre Therapie bei Tumorerkrankungen" statt. Mit großem Interesse haben mehrere Mitglieder unserer TEB Regionalgruppe Unterfranken daran teilgenommen. Schließlich handelt es sich dabei um ein Thema, dem eine immense Bedeutung zukommt. Angesichts der eingeschränkten therapeutischen Möglichkeiten der sogenannten Schulmedizin erhoffen sich viele Betroffene Hilfe durch die Komplementärmedizin. Außerdem war mit der Referentin eine besonders fachkompetente Persönlichkeit gewonnen worden. Unsere Erwartungen wurden auch keinesfalls enttäuscht.

Im gut gefüllten Hörsaal, den wir von der TEB Regionalgruppe Unterfranken rechtzeitig aufgesucht hatten, um uns gute Plätze zu sichern, begann der Vortrag pünktlich. Nachdem die Referentin kurz vorgestellt wurde, begann diese sofort mit ihrem Vortrag. Vorteilhaft war, dass der Vortrag mit vielen, teilweise recht lustigen Schaubildern untermalt war, so dass alle Teilnehmer der zeitweise doch schwierigen und komplexen Materie gut folgen konnten.

Die Referentin erläuterte zunächst die große Bedeutung der Komplementärmedizin, da immerhin etwa 50 % aller Patienten im Laufe ihrer Erkrankung irgendwann darauf zurückgreifen. Dabei sind allerdings die erheblichen Differenzen bei den verschiedenen Krebsarten zu berücksichtigen. Sehr wichtig war der Referentin die Erklärung des Begriffs der Komplemetärmedizin als einer die Schulmedizin ergänzenden Therapie im Gegensatz zur Alternativmedizin, die sich im Gegensatz zur Schulmedizin sieht.

Anschließend ging die Referentin auf die Fragen zur Wirksamkeit und den diesbezüglichen Hypothesen ein. Jeder Patient sollte sich zuvor einige grundlegende Fragen stellen : was nützt es mir, kann es schaden, passt es zur Therapie, was kostet es. Diese Fragen sollten auch mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden, wobei die Interaktionen und Wechselwirkungen mit der schulmedizinischen Therapie berücksichtigt werden müssen. Als Faustregel zur Entscheidung empfahl die Referentin: je teurer eine komplementärmedizinische Therapie, desto verdächtiger.

Bei der Frage „Was kann ich selber tun" ging die Referentin zunächst auf die Bedeutung von Sport ein ( Radfahren, Schwimmen etc., gegebenenfalls in einer Reha-Klinik ), anschließend auf die allseits bekannte Misteltherapie. Dabei handelt es sich um ein unspezifisches Immunstimulans, das zumindest die Lebensqualität fördern kann. Allerdings gibt es auch Kontraindikationen für die Misteltherapie (Leukämie, Lymphome, Nierenzellkarzinom, Allergien, Autoimmunerkrankungen), die unbedingt beachtet werden sollten.

Danach behandelte die Referentin die Antioxidantien, Vitamin D (wahrscheinlich sehr positiv), Selen (Spiegelmessung empfehlenswert) und die Omega 3 Fettsäuren (pflanzliche Öle, Fisch). Ausführlich vorgestellt wurden die sekundären Pflanzenstoffe insbesondere am Beispiel der Tomate.

Nun behandelte die Referentin die Vielzahl der unterschiedlichen Krebsdiäten, die im Ergebnis zu einem Mangelzustand führen und letztlich erfolglos bleiben, wobei die Gründe ausführlich erläutert wurden.

Abschließend ging die Referentin noch auf verschiedene Therapien der Alternativmedizin ein, wobei einige recht gefährlich (Vitamin B 17) sowie andere (z.B. Heilpilze) bislang in ihrer Wirksamkeit ungeklärt sind. Ausdrücklich gewarnt wurde vor der NGM (Neue Germanische Medizin), die von Hamer entwickelt worden ist.

Nun gab die Referentin noch detaillierte Hinweise, wie man mit naturheilkundlichen Maßnahmen den Nebenwirkungen einer Chemotherapie begegnen kann, bei Entzündungen der Mundschleimhaut (Kamille, Salbei, Myrrhe, Honig), bei Übelkeit und Erbrechen (Akupunktur, Entspannungsübungen, Yoga, Ingwer), gegen Hitzewallungen (Yoga, Salbei, Traubensilberkerze) und gegen die Fatigue (Bewegung, Ginseng, Ingwer).

Der sehr kompetente und auch laienverständliche Vortrag wurde von allen Teilnehmern mit starkem Beifall bedacht. Schon während des Vortrags hatten sich aus dem Teilnehmerkreis verschiedene Fragen ergeben. Die Referentin stand nun nach ihrem Vortrag noch den Teilnehmern für eine Einzelberatung zur Verfügung, wobei sich sofort eine kleine Warteschlange bildete. Die Teilnehmer aus unserer TEB Regionalgruppe Unterfranken waren äußerst zufrieden mit dem Vortrag und fanden sich deshalb noch zu einer kleinen Gesprächs- und Diskussionsrunde zusammen. Insgesamt gesehen war der Besuch dieser Veranstaltung durchaus sehr lohnenswert.

Joachim Horcher