Workshop Entspannungsmethoden

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Bericht über den Workshop Entspannungsmethoden am 09.08.12 in der TEB Geschäftsstelle Ludwigsburg
Referentin Frau Broeckmann


Wieder konnten wir einen Workshop unseren Betroffenen und deren Angehörige anbieten.

Entspannungsmethoden war das Thema. Wer braucht das nicht? Jeder Mensch braucht Entspannung, in der er wieder Kraft tanken kann. Doch wie können wir entspannen, müssen wir das immer unter Anleitung tun?

Es stellte sich die Frage, was ist Stress? Wie viel Stress können oder müssen wir ertragen? Was sind die Anzeichen einer Überforderung? Was können wir selber tun?

Frau Broeckmann erklärte uns, was Stress ist und wie die Auswirkungen bei einer permanenten Überforderung sein können. Eine schwere Diagnose, schlechte Nachrichten und Angst bringen Menschen in eine außergewöhnliche Stress-Situation, die man bewältigen muss. Dabei reagiert jeder Mensch völlig anders und entwickelt seine eigene Entspannungstechnik. So kann es sein, dass man sich beim bügeln, laufen, lesen, kochen usw. zur Entspannung führen kann. Wichtig ist dabei, dass man seine eigene Entspannung findet.

Wir waren erstaunt, welch unterschiedliche Entspannungsmethoden bei unseren Teilnehmern angewandt wurden und wie wichtig sie ihnen sind. Doch wir wollten heute Entspannungsmethoden kennenlernen, die man schnell und überall, ohne großen Aufwand anwenden kann. Wie oft sitzen Betroffene beim Arzt oder bei der Chemotherapie und haben Angst vor dem, was kommt. Hier würde es den Betroffen sicher helfen, wenn sie sich ein wenig entspannen könnten und damit die Angst ein wenig in den Hindergrund treten würde. Wir einigten uns an diesem Nachmittag auf eine Körperwahrnehmungsübung und Phantasiereise.

Frau Broeckmann bat uns, eine entspannte Haltung einzunehmen. Fenster wurden geschlossen, damit uns keine Geräusche von außen stören. Nachdem wir alle unsere bequeme Stellung eingenommen hatten, begann Frau Broeckmann mit ruhiger Stimme die Übung. Sie forderte uns auf, wer kann, sollte die Augen schließen. Es wurde sehr ruhig, nur die leise Stimme mit den Hinweisen, was wir jetzt tun sollten, war zu hören. Wir spürten unseren Atem, unseren Körper und jeder versank in seine persönliche Welt. Nachdem wir die Aufforderung bekamen, unsere Augen mit unserem Tempo zu öffnen, kam wieder Leben in den Raum. Man gähnte, streckte und räkelte sich und langsam wurde es auch wieder lauter.

Frau Broeckmann fragte, wie es uns bei der Übung ergangen sei. Ich z.B. hatte mit großer Müdigkeit zu kämpfen, andere hatten Schwierigkeiten mit der Wahrnehmung ihres Atems. Für uns war das etwas Neues, doch Frau Broeckmann meinte, ja, das gibt es. Betroffene, die dies empfinden, sollten Übungen in denen der Atem mit einbezogen ist, meiden.
Dann kam die Phantasiereise. Erstaunlicherweise haben sich diese Übung alle gewünscht. Wohin sollte die Reise gehen? Hier war der Wunsch der Teilnehmer sehr unterschiedlich. Es sollte an ganz bestimmte Plätze der Erinnerung gehen wie Meer, See, Strand, Berge.

Das war eine Herausforderung für jeden, den richtigen Platz, Ort, Wasser und Berge zu finden, doch Frau Broeckmann wurde allen gerecht. Alle Wünsche wurden kombiniert und so kamen wir vom Meer zu den schönen Stränden, zu den Bergseen bis hin zu den Gipfeln der Berge. Alle Wünsche wurden erfüllt.

Nachdem wir wieder alle im hier und jetzt angekommen waren, war der Tenor, das war schön. Man spürte, jeder konnte sich auf diese Phantasiereise einlassen.

Schade, dass die Zeit so rasch verging und wir zum Ende kommen mussten. Gerne hätten wir noch weiter über unsere persönlichen Erfahrungen von heute diskutiert, doch Frau Broeckmann hatte noch einen weiteren Termin. So verabschiedeten wir uns und hatten das Gefühl, der Nachmittag war wieder eine Bereicherung für die Betroffenen, Angehörigen und alle Teilnehmer.

Herzlichen Dank an Frau Broeckmann. Es war ein schöner, informativer und lehrreicher Nachmittag.

Danke aber auch an den BKK Landesverband, die mit einer Projektförderung nach §20c SGB V die Workshops erst möglich machen. Wir hoffen und wünschen uns, dass dieses Projekt auch im nächsten Jahr finanziert wird.

Ein wichtiges und sinnvolles Projekt in vielerlei Hinsicht.

Katharina Stang