Weihnachtsfeier Mittlerer Neckarraum

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Bericht: Weihnachtsfeier Gruppe „Mittlerer Neckarraum“
Ort: Geschäftsstelle Ludwigsburg
Termin: Dienstag, 04. Dezember 2012

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Erstmalig konnten wir die Weihnachtsfeier der Gruppe „Mittlerer Neckarraum“ in den Räumen der Geschäftsstelle in Ludwigsburg feiern. Obwohl zwei Tage später die Jahresabschlussfeier mit anschließender Weihnachtsfeier von TEB e. V. für alle Mitglieder stattfindet, war es der explizite Wunsch der Gruppenmitglieder, diese separate Weihnachtsfeier durchzuführen.

So war es auch nicht verwunderlich, dass sehr viele Betroffene mit ihren Angehörigen an dieser Weihnachtsfeier teilnahmen, bei einer vertrauten und herzlichen Atmosphäre.

Jeder der Teilnehmer brachte, und dies ist bei uns so üblich, selbstgebackene Plätzchen, Kuchen oder sonstige Naschereien mit. Somit war für das leibliche Wohl bestens gesorgt.

Besonders erwähnenswert ist, dass Betroffene zum Teil einen weiten Reiseweg auf sich nahmen, um heute mit uns zu feiern. Zu der heutigen Gruppe kamen Gruppenmitglieder, die mich seit der Gründung der Gruppe im August 1999 unter dem Dach der AdP begleiten. Sie freuten sich darauf, wieder einmal alt vertraute Gesichter und liebgewonnene Menschen zu sehen.

Aus dieser Situation heraus hatte ich heute ein persönliches Anliegen und Interesse. Ich wollte von der Gruppe wissen: Sind Sie mit der Leitung der Gruppe durch meine Person noch zufrieden? Sind Verbesserungen / Veränderungen angedacht?
Sollen vermehrt Referenten und Vorträge für das neue Jahr 2013 eingeplant werden? Die einstimmige Meinung der Teilnehmer war: Nein, unter keinen Umständen! Und so wurde es im Anschluss diskutiert und vorgetragen.

Unsere Gruppe hat alles was wir brauchen. Ausreichend Vorträge (4x im Jahr) Ausflüge, separate Weihnachtsfeier und vor allem eine Gruppenleiterin, die über ein sehr breites Wissen verfügt und es versteht, dass die Gruppennachmittage sehr interessant und nie langweilig verlaufen. Der rege Austausch untereinander und die fachliche Führung geben der Gruppe das Besondere.

Ich machte den Vorschlag, dass wir in Zukunft mehr Referenten zu den Gruppentreffen einladen könnten und ich mich dadurch etwas zurückziehen könnte. Das wurde sehr lautstark abgelehnt. Ja, manche meinten sogar, wenn die Gruppe eine andere Struktur bekommt, werden wir sicher nicht mehr den weiten Weg auf uns nehmen und kommen.

An diesem Nachmittag waren auch Gruppenmitglieder dabei, die eine Doppel- Mitgliedschaft in verschiedenen Selbsthilfegruppen haben und diese auch besuchen. Der einstimmige Tenor der Anwesenden lautete: Eine Gruppe mit einem so hohen fachlichen Wissen und den vielen Angeboten muss man weit suchen. Wir haben noch keine andere gefunden, meinten sie ergänzend.

Das Lob der Teilnehmer freute mich, denn auch ich stelle mir immer wieder die Frage: Kommen die Betroffene, Angehörigen, Interessierte zu ihrem Recht? Was will die Gruppe hören? Was soll ich verändern?

Die heutige Gruppe gab mir die eindeutige Antwort. Wir sind sehr zufrieden, wir wollen keine Veränderung! Wir wollen Sie, Frau Stang. Sie sind es, die die Gruppe und auch TEB e. V. ausmacht. Es machte mich sehr stolz. Ich konnte mir sicher sein, Betroffene und Angehörige akzeptieren und mögen mich. Das war für mich eine besondere Auszeichnung. Sie gab mir wieder Kraft und den Mut, weiter zu machen, wenn mir auch immer wieder neue Steine, ja manchmal auch Felsbrocken, in den Weg gelegt werden. Der Weg des Erfolges ist mit viel Neid gepflastert.

Auch heute ging es nicht ohne fachliche Informationen. So mussten auch die wichtigen Themen wie Enzyme und Chemotherapie besprochen werden. Hier war das Interesse an neuen Chemotherapien und deren Nebenwirkungen groß, neue Studien und deren Aufnahmekriterien waren ebenfalls ein wichtiges Thema.

Für mich ist es nicht schwer, auf diese Fragen einzugehen, da ich mein Wissen aus den verschiedensten Vorträgen unserer Ärzte im Ärztlichen Beirat erhalte, zu denen ich immer wieder eingeladen werde und diese auch besuche.

Ich will diese Gelegenheit nutzen, um unserem Ärztlichen Beirat und auch den vielen Ärzten aus verschiedenen Kliniken zu danken. Sie geben mir Auskunft und Unterstützung auf Augenhöhe. Sie alle sind für mich und für TEB e. V. ein sehr wichtiger Ansprechpartner. Fragen, die ich nicht sofort beantworten kann, sind innerhalb von einem Tag geklärt. Jederzeit kann ich Ärzte um Rat bitten und bekomme eine sehr genaue und umfassende Antwort. Das ist das, was ich unter einem guten Netzwerk und Kooperation verstehe. Deshalb ist der Ausbau unseres Netzwerks bei TEB e. V. ungeheuer wichtig.

Ja, der Gruppennachmittag ging langsam zu Ende, doch ich hatte den Eindruck, so mancher wollte nicht gehen. So schloss ich die Gruppe und wünschte allen, die am 06. Dezember nicht bei der Jahresabschluss- und Weihnachtsfeier dabei sein können, ein frohes Weihnachtsfest und dass alle ihre Wünsche in 2013 in Erfüllung gehen.

Jeder, der gehen wollte, konnte gehen und die bleiben wollten, konnten bleiben. So einfach ist das. Wünsche der Mitglieder werden, wenn möglich, erfüllt.

Viele der Anwesenden hatten noch persönliche Fragen und Probleme, die sie für sich klären wollten. Dabei spürte ich ihre Angst und Hilflosigkeit und die zunehmende Unzufriedenheit mit dem heutigen Gesundheitssystem. Betroffene haben Angst vor der Zukunft. Wie geht es bei ihnen finanziell weiter? Das sind alles Sorgen und Nöte, die Erkrankten nicht dienlich sind. Betroffene sollten sich darüber keine Sorgen machen müssen.

Nachdem auch dieser Gesprächsbedarf der Betroffenen gedeckt war, konnte ich nach Hause gehen. Noch lange haben mich die Eindrücke der heutigen Gruppe beschäftigt und ich merkte, dass mir die einzelnen Schicksale sehr, sehr nahe gehen.

Ich hoffe und wünsche mir und allen Betroffen und Angehörigen, dass jeder in Zukunft bekommt, was notwendig ist. Vor allem wünsche ich, dass die Menschlichkeit wieder bei den Ärzten, Praxen und Kliniken zurückkehrt.

Menschlichkeit, Zuwendung und Hilfe braucht keine Bürokratie.

Katharina Stang