10 Jahre Regionalgruppe Mittlerer Neckarraum
Durch eine Projektförderung nach § 20 h SGB V der DAK auf Regionalebene war es möglich, dieses Jubiläum in einem würdigen Rahmen zu feiern. DANKE!
Seit über zehn Jahren besteht die Regionalgruppe Mittlerer Neckarraum und seit dieser Zeit halte ich jeden Monat ein Gruppentreffen ab. Bis heute sind es über 120 Gruppentreffen, im Durchschnitt kommen ca.15 bis 25 Betroffene, deren Angehörige oder Interessierte zu den Treffen. Damit die Treffen für Betroffene und deren Angehörige auch einen Sinn machen und sie dadurch Hilfe und Unterstützung finden, die sie in ihrem täglichen Alltag mit ihrer Erkrankung nutzen können, bedarf es viel Zeit. So kann man davon ausgehen, dass jedes Treffen (Vorbereitung, Leitung, Nacharbeit) mit mindestens 5-6 Stunden zu Buche schlägt.
Was mich persönlich sehr freut ist die Tatsache, dass ich es bis jetzt verstanden habe, diese Gruppentreffen immer wieder mit neuen, interessanten Themen zu füllen, sodass bis heute immer noch vereinzelte Betroffene regelmäßig zu unserem Gruppentreffen kommen.
Leider ist es bei diesem schweren Krankheitsbild „Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, insbesondere Bauchspeicheldrüsenkrebs“ für mich als Leiterin eine große Herausforderung, immer auf dem neuesten Stand zu sein und mit der ständigen Konfrontation mit Angst, Kummer, Leid, Not und Tod umzugehen. In den vielen Jahren meiner ehrenamtlichen Leitung habe ich mich von vielen Betroffenen für immer verabschieden müssen, viele kamen neu dazu und suchten Hilfe. Immer suche ich nach Wegen, damit die Betroffenen niemals ihre Hoffnung verlieren. Ich weiß, dass man das nur durch Offenheit, Klarheit und Ehrlichkeit erreichen kann. So muss ich mich auch öfters Themen stellen, die mit unserer Endlichkeit zu tun haben.
Vieles hat sich in der Welt der Selbsthilfe verändert, die Anforderungen der Betroffenen, Angehörigen, Ärzte, Kliniken, Organisationen und Krankenkassen sind höher geworden. Heute nach zehn Jahren stelle ich mir die Frage, wo die Reise der Selbsthilfe hingeht. Haben wir noch ehrenamtliche Helfer? Wird es noch regelmäßige Gruppentreffen geben oder geht das auch alles über Internet? Diese Fragen blieben bei der Feier offen, und wir suchten nicht nach Antworten, sondern genossen diese Feier.
Unsere Enkelkinder Tomas (Klavier) und Tobias (Gitarre) eröffneten die Feier musikalisch und stimmten die Anwesenden feierlich ein.
Danach übernahm Herr Ulrich Herbring das Wort. Er selbst suchte vor Jahren Hilfe in der Gruppe und ist seit dieser Zeit dabei.
Es folgte eine Ansprache von Frau Heike Lauer, die uns wieder einmal ein Gedicht mitbrachte und es uns vorlas.
Danach sahen wir eine Diaschau der letzten zehn Jahre „Regionalgruppe Mittlerer Neckarraum“, die mich an so manche Begebenheit erinnerte. Manchmal war es Freude, manchmal war es Trauer. Ja, auch ich habe mich in dieser Zeit sehr verändert. Wie sagte ein Gruppenmitglied, das von Anfang an dabei ist: „Katharina, du hast heute ein unwahrscheinliches Wissen und kannst auf fast alle Fragen immer die richtige Antwort geben.“ Mensch, war das ein Kompliment.
Danach wurden treue Gruppenmitglieder, die mehr als 100, 80 oder 50 Mal dabei waren, geehrt. Frau Stang, Herr Winter, Frau und Herr Kotschner und Frau Mader erhielten eine Ehrung, die wieder einmal von Herrn Peter Stantscheff geschaffen wurde. Es war ein bronzener Löwe auf einem Sockel, der für Kraft und Ausdauer steht, jedes Stück ein Unikat.
Bei einem guten Kaffee, Weihnachtsplätzchen und mit verschiedenen selbstgebackenen Kuchen von Frau Klinke und dem Auftritt der Stuttgarter Saloniker ließen wir das Jubiläum ausklingen und gingen über zu unserer Jahresabschlussfeier.
Katharina Stang