Psychoonkologie, was ist das und wie kann sie mir helfen
Psychoonkologie, was ist das und wie kann sie mir helfen, hieß der Vortrag mit Frau Fiebig, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie.
Das letzte Treffen der TEB e. V. Regionalgruppe Nördlicher Schwarzwald am 21.01.2011 stand ganz im Zeichen des Vortrages unserer Referentin Frau Fiebig, die nach einer kurzen Begrüßung durch den Gruppenleiter mit ihrem Vortrag begann.
Die Ausführungen von Frau Fiebig wurden sehr konzentriert wahrgenommen, da es doch um Themen ging, die uns alle betrafen. Sie sprach über ihre Aufgaben in der Nagolder Klinik als psychologische Konsilarärztin Themen an, die von hoher Kompetenz und fundiertem Wissen zeugten.
Frau Fiebig ging auf die Probleme ein, die fast jeder Pankreas-Krebspatient nach seiner Operation in Form eines gewissen Vakuums bekommt, das von den meisten Betroffenen nicht ohne Hilfe wieder aufgefüllt werden kann. Hier ist professionelle Hilfe unverzichtbar, die vor der Nachbehandlung und eventueller Chemo- oder Strahlentherapie stattfinden sollte.
Weitere Aufgaben einer Psychoonkologie sind, gemeinsam mit dem Patienten herauszufinden, welche Personen hilfreiche Unterstützungen geben sollten. Wichtig ist auch für den Betroffenen die Verdrängung, die in den schweren Tagen danach in der Regel sehr hilfreich sein kann. Jeder Betroffene sollte vorbereitet sein, auf, unter Umständen, körperliche Einschränkungen, Ängste vor Nachsorgeuntersuchungen, Krankheits- verarbeitung und den Umgang in der Familie, mit Freunden und Bekannten.
Das Thema Ängste zog sich ein wenig wie ein roter Faden durch den interessanten, zweistündigen Vortrag mit Frau Fiebig, was auch so geplant war. Ängste haben sich auch in ein paar Köpfe einiger Gruppenmitglieder breit gemacht, was für andere wiederum nicht so recht nachvollziehbar ist. Jeder von uns sollte sich intensiv hinterfragen und über dieses Thema nachdenken. Hier konnte im Lauf des Nachmittags in einem Fall sogar ein Türchen geöffnet werden.
Ängste haben sehr oft viele Auswirkungen. So kann ein Betroffener mit seiner Krebserkrankung Ängste entwickeln z. B. vor Nebenwirkungen durch die Chemotherapie, vor ein Rezidiv, Lokalrezidiv und Metastasen, um nur ein paar Auswirkungen zu nennen. Nicht zu vergessen ist die Angst, den Alltag nicht bewältigen zu können, nicht wieder in den Beruf zurückkehren oder in finanzielle Not zu geraten.
Die Angst quält, kann aber sogar hilfreich sein. Wer keine Angst kennt, läuft Gefahr, darin umzukommen. Auch hier ergaben sich neue Erkenntnisse, die von uns wohlwollend aufgenommen wurden.
Die Gruppe Nördlicher Schwarzwald bedankte sich bei Frau Fiebig für ihr Engagement und den tollen Vortrag und gab zu verstehen, dass jeder etwas mit nachhause nehmen würde, was für uns alle so wichtig ist, „mehr zu wissen“.
Nachdem unsere Referentin gegangen war, waren wir noch alle von dem Vortrag so angetan, dass sich für eine Weile ein gewisses Schweigen breit machte. Die Gruppe hat anschließend noch bis ca. 18,00 Uhr miteinander diskutiert und kam überein, es war ein sehr gelungener Nachmittag.
Peter Jürgensen